So sieht die gefälschte Mail aus
Der Betreff lautet "Amtliches Schreiben: Datenabgleich erforderlich". Die Mail gibt sich als offizielle Nachricht des Bundeszentralamts für Steuern aus. Der Inhalt klingt bedrohlich: Es gebe Abweichungen zwischen gemeldeten Kryptowährungen und der Steuererklärung.
Die Betrüger setzen auf Angst. Sie drohen mit Geldstrafen bis zu 500.000 Euro und strafrechtlichen Konsequenzen. Außerdem setzen sie eine Frist von fünf Tagen. Wer bis dahin nicht reagiert, dem drohe ein Verfahren.
Das ist alles erfunden. Das echte Bundeszentralamt verschickt solche Mails nicht.
Woran du die Fälschung erkennst
- Unpersönliche Anrede: Die Mail beginnt nicht mit deinem Namen
- Verdächtige Absenderadresse: Nicht von einer offiziellen .bund.de-Adresse
- Enge Frist und Drohungen: Fünf Tage Zeit, sonst 500.000 Euro Strafe
- Link in der Mail: Führt auf eine gefälschte Webseite, nicht auf elster.de
- Thema Kryptowährungen: Wird gezielt gewählt, weil viele Nutzer unsicher sind ob sie Krypto korrekt versteuert haben
Was du jetzt tun solltest
- Nicht auf Links klicken: Der Link in der Mail führt auf eine gefälschte Seite die deine Daten stehlen will
- Mail löschen oder in den Spam verschieben: So lernt dein E-Mail-Programm solche Nachrichten zu erkennen
- Keine Dateien öffnen: Falls ein Anhang dabei ist, auf keinen Fall öffnen
- Bei Unsicherheit selbst prüfen: Öffne elster.de direkt im Browser (Adresse selbst eintippen) oder ruf dein Finanzamt an
Warum diese Masche funktioniert
Die Betrüger nutzen die EU-Richtlinie DAC8 als Vorwand. Diese Richtlinie gibt es tatsächlich. Sie regelt den Datenaustausch zu Kryptowährungen zwischen EU-Ländern. Viele Menschen haben davon gehört und sind unsicher ob sie alles richtig gemacht haben.
Genau diese Unsicherheit nutzen die Betrüger aus. Sie kombinieren eine echte Richtlinie mit einer gefälschten Behördenmail. Das wirkt auf den ersten Blick glaubwürdig.
Nicht die einzige Phishing-Welle
Die Verbraucherzentrale meldet aktuell auch gefälschte Mails im Namen von Banken und Bezahldiensten. Das Muster ist immer gleich: Zeitdruck, Drohungen, ein Link der auf eine gefälschte Seite führt. Mehr dazu in unserem Artikel Gefälschte Volksbank-Mail zu VR SecureGo.
Alle aktuellen Warnungen findest du auf unserer Phishing-Übersichtsseite.