So sieht die Mail aus
Laut GIGA trägt die Mail den Betreff „Handeln Sie jetzt: Zugang läuft heute ab – Sperrung droht“. Angeblich hat eine routinemäßige Überprüfung Unstimmigkeiten in deinen Kontodaten ergeben. Über den Button „Zugang sofort entsperren“ sollst du deine Angaben bestätigen.
Der Druck kommt aus der Uhrzeit: Die Mail behauptet, dein Zugang werde am selben Tag um 23:59 Uhr automatisch gesperrt, „sofern keine Bestätigung erfolgt“. Nach der Bestätigung werde er wieder freigeschaltet. Die Absenderadresse hat laut GIGA nichts mit der Consorsbank zu tun.
Neu ist die Masche nicht. Schon im Juli 2026 beschrieb Netzwelt eine Mail mit dem Betreff „SecurePlus Check - Frist 9. Juli 2026 - bitte reagieren“. Auch dort ging es um eine Datenaktualisierung über einen Link und eine Frist von etwa einem Tag.
Woran du die Fälschung erkennst
- Eine Frist von Stunden. Die Consorsbank schreibt auf ihrer Sicherheitsseite, dass bei dieser Art Nachricht immer Zeitdruck aufgebaut wird. Es heißt, der Zugriff werde eingeschränkt, wenn du nicht sofort handelst.
- Eine unpersönliche Anrede. GIGA und Netzwelt nennen sie in beiden Mails als Warnzeichen.
- Ein fremder Absender. Tippe in deinem Mailprogramm auf den Absendernamen. Dann siehst du die echte Adresse, nicht nur den angezeigten Namen.
- Ein Link, über den du Daten bestätigen sollst. Der Link führt laut Consorsbank auf eine nachgebaute Seite der Bank. Dort sollst du deine Zugangsdaten eingeben.
Der zweite Schritt: der Anruf
Auf ihrer Sicherheitsseite beschreibt die Consorsbank eine Folge, die über die Mail hinausgeht. Wer auf der gefälschten Seite seine Zugangsdaten eingibt, dessen Daten nutzen die Täter oft sofort für einen Login ins Online-Banking. Kurz danach ruft jemand an und gibt sich als Mitarbeiter der Bank aus, zum Beispiel der Sicherheitsabteilung.
Im Display kann dabei sogar eine echt aussehende Nummer der Bank stehen. Die Anrufer behaupten, verdächtige Zahlungen stoppen oder dein Konto sichern zu müssen. Laut Bank haben sie oft schon eine Überweisung vorbereitet. Es fehlt nur noch deine TAN. Nennst du sie, stornierst du nichts, sondern gibst die betrügerische Überweisung frei.
Was du jetzt tust
- Link nicht anklicken. Gib über die Mail keine Daten ein. GIGA rät, Hinweise zum Konto direkt in der Banking-App oder im Online-Banking im Browser zu prüfen.
- Selbst nachsehen. Öffne die Consorsbank-App oder tippe die Adresse consorsbank.de selbst in die Adresszeile. Die Bank rät, Zugangsdaten nur dort einzugeben.
- Mail in den Spam. So empfiehlt es auch Netzwelt für die Mail vom Juli.
Und wenn du schon etwas eingegeben hast?
Dann zählt jede Stunde. Die Consorsbank nennt für diesen Fall drei Schritte:
- Ändere sofort deine Online-PIN.
- Sperre bei Bedarf deinen Zugang.
- Ruf die Bank unter 0911 / 369-30 00 an. Passiert es außerhalb der Servicezeiten, ändere Online-PIN und App-PIN sofort und ruf am nächsten Morgen ab 07:30 Uhr an.
Hast du eine TAN am Telefon genannt, gilt dasselbe: nicht abwarten, sondern die Bank anrufen. Ob die Verbraucherzentrale diese konkrete Mail in ihr Phishing-Radar aufgenommen hat, konnte ich nicht prüfen, die Seite war beim Abruf nicht lesbar.
Ähnliche Maschen beschreiben die Artikel zu falschen Elster-Mails und zum gefälschten Sparkasse-Brief mit QR-Code. Alle aktuellen Warnungen findest du auf unserer Phishing-Übersichtsseite.
- GIGA - Die Frist endet heute Abend – genau darauf setzt diese gefälschte Consorsbank-Mail (4. November 2026, abgerufen am 7. November 2026)
- Consorsbank - Sicherheit: Phishing und Fake-Bankmitarbeiter-Anrufe (abgerufen am 7. November 2026)
- Netzwelt - Mitglieder der Consorsbank aufgepasst: Phishing-Mail fordert schnellen Sicherheits-Check (8. Juli 2026, abgerufen am 7. November 2026)