Phishing-Warnung

Falsche Elster-Mails: Sparkasse warnt vor Datenklau beim Online-Banking

Eine Mail im Namen von Elster verspricht dir eine Steuererstattung. Der Link führt auf eine nachgebaute Elster-Seite, die neben deiner Steuer-ID auch die Zugangsdaten zum Online-Banking verlangt. Davor warnt das Computer-Notfallteam der Sparkassen-Finanzgruppe seit dem 30. Oktober. Hier steht, woran du die Fälschung erkennst und was du tust, wenn du schon etwas eingegeben hast.

Briefumschlag mit Formular, daneben ein Angelhaken, der eine rote Bankkarte hochzieht, und ein gelbes Warndreieck

Was bekannt ist

Das Computer-Notfallteam der Sparkassen-Finanzgruppe hat am 30. Oktober 2026 auf sparkasse.de eine Sicherheitswarnung veröffentlicht: Betrügerische E-Mails im Namen von Elster nutzen den Vorwand einer Steuererstattung, um dich auf eine Phishing-Seite zu locken. Dort musst du zuerst deine steuerliche Identifikationsnummer eingeben und eine Bank auswählen. Danach werden deine Online-Banking-Zugangsdaten abgefragt.

Warum das gefährlich ist, schreibt das Computer-Notfallteam gleich dazu: Die Betrüger können mit den Daten ein Gerät der Betrüger als vertrauenswürdig freigeben lassen und eine selbst initiierte Überweisung auf demselben Weg bestätigen. Deshalb geht es hier nicht um ein Steuerthema, sondern um dein Konto. Das Steuer-Etikett ist nur der Köder.

Neu ist die Masche nicht. Das BSI warnte schon am 4. Februar 2026 vor Phishing-Kampagnen im Namen von Elster und des Bundeszentralamts für Steuern. Die Täter wechseln demnach regelmäßig das Thema, mal sind es Zahlungserinnerungen, mal ausstehende Steuerbescheide, mal die Bestätigung von Bankdaten. Auch die gefälschte Steuer-Mail vom Bundeszentralamt aus dem April gehört in diese Reihe.

Woran du die Fälschung erkennst

  1. Eine Erstattung im Mailtext. Laut Elster informiert die Steuerverwaltung niemals direkt im E-Mail-Text über eine Nachzahlung oder Erstattung. Sie schickt grundsätzlich nur Benachrichtigungen.
  2. Die Frage nach Konto oder PIN. Die Steuerverwaltung verlangt in einer E-Mail nie Steuernummer, Kontoverbindung, Kreditkartennummer, PIN oder die Antwort auf deine Sicherheitsfrage.
  3. Ein Anhang mit „Steuerbescheid“. Elster schreibt, die Steuerverwaltung schicke nie die eigentlichen Steuerdaten oder Rechnungen als Anhang.
  4. Banking-Zugangsdaten auf einer Steuerseite. Für eine Erstattung braucht niemand dein Online-Banking-Passwort. Die Sparkassen betonen außerdem, dass sie selbst weder Nachrichten schicken noch anrufen, um nach Zugangsdaten zu fragen.
Echte Links auf der Seite beweisen nichts. Das BSI weist darauf hin, dass die Phishing-Seiten teils Verlinkungen auf echte Elster-Seiten enthalten, etwa auf das Impressum. Wer dort klickt und eine echte Seite sieht, darf nicht schließen, dass der Rest echt ist. Maßgeblich ist die Adresse in der Browserzeile.

Was du jetzt tust

  1. Nicht klicken, nichts eingeben. Das BSI rät, auf verdächtige Mails nicht zu reagieren, keine Links oder Anhänge zu öffnen und die Nachricht zu löschen.
  2. Selbst nachsehen. Willst du wissen, ob das Finanzamt wirklich etwas für dich hat, tippe elster.de selbst in die Adresszeile und melde dich in Mein Elster an. Benutze nie einen Link aus der Mail.
  3. Bei Zweifel die Bank fragen. Die Sparkasse empfiehlt, sich im Zweifel direkt in der Filiale zu melden.

Du hast schon etwas eingegeben?

Dann zählt jede Stunde. Das Computer-Notfallteam rät: Melde dich umgehend bei deiner Sparkasse, um den Online-Banking-Zugang sperren zu lassen. So gehst du vor:

  1. Zugang sperren lassen. Ruf deine Bank an oder wähle den Sperr-Notruf 116 116. Er ist rund um die Uhr erreichbar, aus dem deutschen Festnetz gebührenfrei, und du brauchst deine IBAN oder Kontonummer samt Bankleitzahl. Der Sperr-Notruf nennt das Sperren von girocard, Online-Banking und Kreditkarte ausdrücklich. Ob deine Bank angeschlossen ist, steht in seiner FAQ.
  2. Zugangsdaten ändern, am besten auf einem anderen Gerät. Das empfiehlt die Sparkasse für alle Konten, vor allem für das Online-Banking.
  3. Kontoumsätze prüfen. Suche nach Überweisungen, die du nicht beauftragt hast, und melde sie sofort der Bank.
  4. Nach fremden Geräten fragen. Weil die Täter laut Warnung ein eigenes Gerät als vertrauenswürdig freigeben lassen wollen, frag die Bank, ob neben deinen ein weiteres Gerät für das Banking eingerichtet wurde. Das ist meine Empfehlung aus der Warnung, kein Zitat der Sparkasse.
  5. Anzeige erstatten und Belege sichern. Die Sparkasse rät zur Anzeige bei der Polizei, besonders bei finanziellem Schaden. Speichere die Mail, die Adresse der Seite und einen Screenshot, falls du ihn hast.
Gib nichts frei, was du nicht selbst ausgelöst hast. Das Computer-Notfallteam bittet, Geräte- und Überweisungsfreigaben nur zu bestätigen, wenn du sie vorher selbst veranlasst hast. Kommt in der Banking-App eine Freigabe, die du nicht erwartest, brich ab und ruf deine Bank an.

Mail an die Sparkasse weiterleiten

Hast du selbst eine verdächtige Nachricht bekommen, kannst du sie an warnung@sparkasse.de weiterleiten. Das Computer-Notfallteam bewertet sie und veröffentlicht gegebenenfalls eine Sicherheitswarnung. Das steht so auf der Warnseite der Sparkassen.

Was ich nicht weiß. Wie viele Mails unterwegs sind und welchen Betreff sie tragen, steht in der Warnung nicht. Die Sparkassen warnen ihre Kunden. Bist du bei einer anderen Bank, würde ich genauso vorgehen und dort anrufen. Das ist meine Einschätzung, keine Aussage der Warnung.

Alle aktuellen Warnungen findest du auf unserer Phishing-Übersichtsseite. Eine verwandte Masche mit falscher Bankpost ist der Sparkasse-Brief mit QR-Code.

Elster Phishing Online-Banking Sparkasse
DW
Daniel Weihmann
Schreibt seit 2004 über Browser-Sicherheit und digitale Themen. Mehr über den Autor