Device Census verwendet Webcam

Device Census Windows 10
Antivirus-Programme melden: Device Census verwendet die Webcam bzw. versucht auf die Webcam zuzugreifen! Das ist natürlich eine sehr beunruhigende Meldung, denn niemand möchte heimlich beobachtet oder ausspioniert werden. Aber was bedeutet diese Warnung? Was kann man als Windows-Nutzer dagegen unternehmen? Und wie gefährlich ist der Zugriff für DeviceCensus.exe auf die Kamera?Device Census

Viele Antiviren-Programme und andere Sicherheitssoftware poppen derzeit bei Windows 10 Nutzern auf und warnen vor ungewöhnlichen Zugriffsversuchen auf die Webcam durch die DeviceCensus.exe.

Kaspersky, GData, Avira, Eset, McAfee und wie sie alle heißen fragen den Anwender, ob dieser Zugriff zugelassen werden soll oder nicht. Ein Großteil der Windows-Nutzer ist völlig verunsichert und viele glauben, gehackt worden zu sein und sich eine Schadsoftware, einen Trojaner oder einen Erpresser-Virus eingefangen zu haben, wodurch sie ausspioniert werden können.

Device Census versucht auf Ihre Webcam zuzugreifen

Eset Internet Security meldet: Device Census versucht auf Ihre Webcam zuzugreifen

Handelt es sich hierbei um einen Trojaner?

Ein Scan von C:\Windows\System32\DeviceCensus.exe bei VirusTotal zeigt, dass hier alles in Ordnung ist. Auch bei einem Blick in die Eigenschaften der DeviceCensus.exe zeigt, dass diese Datei von Microsoft selbst stammt und damit auch alles im Grünen Bereich ist. Dass es sich bei der DeviceCensus.exe um eine Schadsoftware handelt, lässt sich demnach verneinen.

Eigenschaften der DeviceEensus.exe im System32-Verzeichnis

Eigenschaften der DeviceEensus.exe im System32-Verzeichnis

Was steckt hinter dieser Meldung?

Device Census ist Teil des sogenannten Telemetry Frameworks von Microsoft, womit Fernmessungen wie z.B. die Daten zu Systemabstürzen, zur Windows-Version und deren Updates oder zu verwendeten Anwendungen aus dem AppStore durchgeführt werden können.

Man kann bei diesen Telemetrie-Funktionen davon ausgehen, dass diese eher nicht der Spionage dienen, sondern um Funktionen des Betriebssystems aktuell und fehlerfrei bereitzustellen. Microsoft möchte anonymisierte Nutzungsdaten sammeln. Das könnten u.a. Informationen sein, wie:

  • Wird eine Webcam genutzt?
  • Wie oft wird diese aktiviert und für wie lange?
  • Mit welcher Software wird die Webcam verwendet (z.B. Skype)?
  • Um was für eine Webcam handelt es sich?
  • Gibt es Software-Updates für das Gerät?
Hinweis
Bei wem die eigene Sicherheitssoftware meldet, dass Device Census versucht auf die Webcam zuzugreifen, muss also nicht erschrecken! Es handelt sich um eine ganz normale Datenerfassung, bei der Microsoft versucht anonyme Informationen zu sammeln.
Es hat allerdings einen faden Beigeschmack was Microsoft hier macht und dass es keine vernünftige Nutzeraufklärung gibt. Irgendwann hat man sicher einmal bei Windows 10 einer anonymisierten Datennutzung für statistische Zwecke zugestimmt, was prinzipiell auch kein Problem ist. Warum von Seiten Microsofts es an dieser Stelle keinen weiteren Informationen gibt, kann ich auch nicht sagen.

So lässt sich Device Census deaktivieren

Wer sich unsicher ist oder Microsoft diese Informationen verwehren möchte, kann diese Erfassung auch einfach abschalten. Hierzu die folgenden Schritte durchführen:

  1. Im Startmenü die Windows 10 Einstellungen öffnen. Entweder per Rechtsklick auf den Startbutton und dann Einstellungen auswählen. Oder per Linksklick auf den Startbutton und dann auf das Zahnrad klicken. Oder die Tastenkombination [WINDOWS] + [i] drücken.
  2. Jetzt den Punkt Datenschutz auswählen.
  3. In der Übersicht zu den App-Berechtigungen Kamera anklicken, was zur Übersicht “welche Apps auf die Kamera zugreifen dürfen” führt.
  4. Nun den Punkt Feedback-Hub auf Aus stellen und Microsoft sammelt ab sofort keine Daten mehr, die mit der Kamera in Verbindung stehen.
Feedback-Hub für die Kamera deaktivieren

Feedback-Hub für die Kamera deaktivieren

Webcam und Mikrofon abkleben

Viele haben bei ihren Laptops die Kamera einfach mit einem farbigen Klebestreifen zugeklebt, der sich leicht entfernen lässt und keine Klebespuren hinterlässt. Ich denke das ist eine sehr gute und praktikable Lösung, die natürlich auch das eigene Gewissen ungemein beruhigt. Zusätzlich kann man dies natürlich auch mit dem Mikrofon so machen.


Dann weiß man zumindest, dass niemand unbefugt die Webcam aktiviert hat und unter Umständen das Treiben vor der Kamera aufzeichnet oder Tonaufzeichnungen macht.

Über den Autor

Daniel
Mit bürgerlichem Namen Daniel Weihmann und wohnhaft in Köthen. Fachinformatiker für Systemintegration. Von 2004 - 2014 angestellt als Systemadministrator und seit 2014 selbstständig im Online-Marketing. Außerdem Mensch hinter dem Browserdoktor-Webprojekt.

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