Anfang 2026 beendet Gmail offiziell den POP3-Abruf externer Postfächer. Google begründet diesen Schritt mit Sicherheitsaspekten und einer Modernisierung der Infrastruktur. Für viele klingt das zunächst nach einer rein technischen Änderung. In der Praxis betrifft sie jedoch eine überraschend große Nutzergruppe.
Wenn du bisher eine eigene Domain nutzt und Gmail deine E-Mails automatisch per POP3 abgeholt hat, funktioniert genau dieses Setup künftig nicht mehr. Mails landen dann schlicht nicht mehr im Gmail-Posteingang.
Besonders betroffen sind Nutzer, die:
- eine eigene Domain bei einem Hoster betreiben
- Gmail als zentrale Mail-Oberfläche nutzen
- mehrere Postfächer in einem Gmail-Konto bündeln
- bewusst kein Google Workspace einsetzen
Viele wussten bislang gar nicht, dass man Gmail auch ohne Workspace mit einer eigenen Domain kombinieren kann. Also Mails senden und empfangen mit Adressen der eigenen Domain. Genau dieses oft jahrelang stabil laufende Setup wird nun technisch etwas umgestellt.
Welche Optionen hast du jetzt?
Nach dem Wegfall des POP3-Abrufs stehen im Wesentlichen drei Wege offen. Welche sinnvoll ist, hängt von deinem Setup ab.
1. Google Workspace buchen
Die sauberste, offizielle Lösung ist Google Workspace. Deine Domain wird direkt bei Google verwaltet.
Vorteile:
- volle Integration
- professionelles Setup
- Kalender- und Teamfunktionen
Nachteile:
- laufende Kosten
- für kleine Projekte oft überdimensioniert
2. Auf einen klassischen Mail-Client wechseln
Du kannst dein Domain-Postfach direkt per IMAP in Thunderbird oder Outlook einrichten.
Vorteile:
- technisch stabil
- keine Google-Abhängigkeit
Nachteile:
- kein Gmail-Webinterface
- Spamfilter oft weniger effektiv
- mehrere Oberflächen bei mehreren Domains
3. Gmail weiterhin nutzen – mit technischer Anpassung
Das ist die pragmatische Lösung für viele Privatanwender, Freelancer und kleine Business-Setups.
Das Prinzip ist einfach:
- Das Domain-Postfach bleibt beim Hoster bestehen
- Eingehende Mails werden an Gmail weitergeleitet
- Der Versand erfolgt über den SMTP-Server des Hosters
Damit ersetzt du den früheren POP3-Abruf vollständig.
Die technische Idee hinter der Weiterleitungs-Lösung
Früher lief das Setup so: Gmail holt Mails via POP3 vom Hoster ab.
Künftig läuft es so: Der Hoster schickt Mails aktiv an Gmail.
Dieser Perspektivwechsel ist der entscheidende Punkt. Technisch bleibt alles sauber getrennt:
- Der Hoster bleibt für den Empfang zuständig
- Gmail dient als zentrale Oberfläche
- Der Versand erfolgt weiterhin über deine Domain
Wichtig sind dabei einige technische Details:
- SPF sollte korrekt gesetzt sein
- DKIM sollte aktiviert sein
- Bei manchen Hostern spielt SRS eine Rolle
Fehlt hier etwas, können weitergeleitete Mails im Spam landen.
Typische Stolperfallen bei der Umstellung
In der Praxis zeigen sich meist dieselben Probleme:
- Der Hoster erlaubt keine Kombination aus Postfach und Weiterleitung
- Der Spamfilter blockiert Mails vor der Weiterleitung
- SMTP wird in Gmail falsch konfiguriert
- Die Option „Als Alias behandeln“ wird falsch gesetzt
Deshalb lohnt sich eine saubere Schritt-für-Schritt-Anleitung. Eine ausführliche bebilderte Anleitung mit Hosting-Beispiel und konkreter Umsetzung findest du hier:
👉 Gmail stellt Anfang 2026 den POP3-Abruf ein
Dort wird erklärt:
- wie du das Postfach korrekt bestehen lässt
- wie du Weiterleitung und SMTP sauber kombinierst
- worauf du bei SPF, DKIM und Filtern achten musst
Fazit: Kein Grund zur Panik – nur ein kleiner technischer Umbau
Der Wegfall des POP3-Abrufs klingt dramatischer, als er ist. Für die meisten Nutzer bedeutet es keinen Systemwechsel, sondern lediglich eine Anpassung des technischen Prinzips.
Zusammengefasst:
- Gmail holt keine fremden Postfächer mehr ab
- Eigene Domains lassen sich weiterhin mit Gmail nutzen
- Google Workspace ist optional, nicht zwingend
- Die Weiterleitungs-Lösung ist für viele völlig ausreichend
Wer Gmail bisher als zentrale Mail-Zentrale genutzt hat, muss nicht alles neu aufsetzen. Man muss lediglich verstehen, wie Empfang und Versand künftig getrennt organisiert werden. Und genau dafür lohnt sich ein Blick in die ausführliche Anleitung.
Wie sieht deine Lösung aus? Bist du auf Outlook, Thunderbird & Co. gewechselt? Hast du Workspace gebucht? Oder etwas ganz anderes … Schreibe es in die Kommentare 👇

