Googeln oder googlen – wie schreibt man es richtig?

Die richtige Schreibweise lautet googeln – mit einem e vor dem l. Die Form „googlen“ ist falsch und gilt laut Duden nicht als korrekte Rechtschreibung. Wer „googlen“ schreibt, macht einen der häufigsten Tippfehler rund um das Wort – und liegt damit in guter Gesellschaft: Das Keyword „googlen“ wird monatlich hunderttausende Male gesucht, fast immer von Menschen, die wissen wollen, ob sie sich verschrieben haben. Haben sie. Die korrekte Form steht seit 2004 im Duden.

Warum heißt es googeln und nicht googlen?

Die Erklärung steckt in einer einfachen deutschen Grammatikregel. Verben, deren Stamm auf eine unbetonte Silbe mit -el oder -er endet, bilden den Infinitiv mit -n statt mit -en. Daher heißt es: lächeln, segeln, klingeln, wandern – und eben googeln.

Der Stamm des Verbs ist googel- (abgeleitet von Google + das Verb-Suffix -el). Würde man „googlen“ schreiben, würde die unbetonte Mittelsilbe fehlen – das Wort wäre phonetisch schwerfällig und entspräche nicht der deutschen Wortbildungsregel. Die DWDS-Seite des Deutschen Wörterbuchs führt ausschließlich die Form „googeln“ als gültig.

Kurzfassung: „googeln“ folgt der deutschen Regel für Verben auf -el/-er. Der Infinitiv wird mit -n gebildet, nicht mit -en – genau wie lächeln, segeln oder klingeln.

Seit wann steht googeln im Duden?

Das Verb googeln wurde 2004 erstmals in den Rechtschreibduden aufgenommen. Die Duden-Redaktion dokumentiert das selbst: „Dieses Wort stand 2004 erstmals im Rechtschreibduden.“ Quelle: Duden, Lemma googeln.

Dass ein Markenname so schnell als Verb im Standardwörterbuch landet, ist ungewöhnlich. Google war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal sechs Jahre alt. Der Duden-Eintrag beschreibt die Bedeutung als „mit Google im Internet suchen, recherchieren“ – die Formulierung ist dabei bewusst gewählt, wie der folgende Abschnitt zeigt.

Der Rat für deutsche Rechtschreibung hält im Amtlichen Regelwerk fest, wie aus Eigennamen und fremdsprachigen Bezeichnungen Verben gebildet werden: sie werden kleingeschrieben und nach den normalen Flexionsregeln gebeugt. „googeln“ ist demnach kein Sonderfall, sondern ein sauber gebildetes deutsches Verb.

Google gegen den Duden – der Markenrechtsstreit 2006

Zwei Jahre nach der Duden-Aufnahme gab es Ärger. Google forderte 2006, den Eintrag zu ändern – weil die ursprüngliche Formulierung „im Internet, besonders in Google suchen“ dem Unternehmen zu allgemein war. Der Hintergrund: Wenn ein Markenname zum allgemeinen Gattungsbegriff für eine Handlung wird, kann das den Markenschutz gefährden – Juristen nennen das Generizidgefahr.

Duden-Chef Matthias Wermke gab nach und änderte den Eintrag zu „mit Google im Internet suchen“. Damit ist googeln seither offiziell an die Marke gebunden. Wer „googeln“ schreibt und damit das Suchen bei Bing oder DuckDuckGo meint, liegt laut Duden-Definition eigentlich daneben. Berichte darüber erschienen unter anderem bei Heise Online und der Computerwoche.

In der Praxis interessiert diese Feinheit die meisten Nutzer wenig. Im Alltag wird „googeln“ längst als allgemeines Synonym für „online suchen“ verwendet. Unabhängig davon, welche Suchmaschine gerade offen ist.

Andere Markennamen als Verben im Deutschen

Googeln ist kein Einzelfall. Das Deutsche ist gut darin, Markennamen in Verben zu verwandeln. Einige haben sich so tief in den Sprachgebrauch eingegraben, dass kaum noch jemand den Markenbezug wahrnimmt.

Skypen

Skype (Microsoft) hat sich als Verb so tief ins Deutsche eingegraben, dass es auch nach dem Bedeutungsverlust des Dienstes noch verwendet wird. „Ich skyp dich kurz an“ versteht jeder, obwohl die meisten heute Zoom oder Teams nutzen.

Photoshoppen

Photoshop (Adobe) hat das Bildbearbeiten sprachlich geprägt wie kaum ein anderes Programm. Adobe geht ähnlich wie Google gegen eine zu allgemeine Verwendung vor. Offiziell soll „photoshoppen“ nur das Bearbeiten mit Photoshop selbst beschreiben.

Kärchern

Kärcher wurde vor allem durch den politischen Sprachgebrauch bekannt. Das Verb bezeichnet heute das Reinigen mit einem Hochdruckreiniger – unabhängig davon, welche Marke gerade in der Hand gehalten wird.

Quelle für die Beispielreihe: Texterclub, Schreibung von Produkt- und Firmennamen

Wie schreibt man googeln? Konjugation auf einen Blick

Wer das Verb im Text verwendet, fragt sich manchmal auch nach der richtigen Beugung. Die vollständige Konjugation ist beim Duden unter googeln abrufbar.

Die wichtigsten Formen:

  • ich google (oder: ich googele)
  • du googelst
  • er/sie/es googelt
  • wir googeln
  • ihr googelt
  • sie googeln

Im Präteritum: ich googelte, wir googelten. Im Perfekt: ich habe gegoogelt.

Kurzfassung: Die Konjugation folgt dem Muster schwacher Verben auf -eln. Besonderheit: In der 1. Person Singular darf das mittlere e wegfallen – „ich google“ und „ich googele“ sind beide korrekt.

Fazit

Die Antwort ist eindeutig: googeln ist richtig, googlen ist falsch. Die Schreibweise folgt der deutschen Grammatikregel für Verben auf -el/-er und ist seit 2004 im Duden verankert. Der kleine Markenrechtsstreit von 2006 hat den Begriff zusätzlich geprägt – „googeln“ meint offiziell das Suchen mit Google, nicht das Suchen im Allgemeinen. Im täglichen Sprachgebrauch hat sich diese Einschränkung nicht durchgesetzt, aber für präzises Schreiben lohnt es sich, das zu wissen.

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Daniel

Über den Autor

Daniel Weihmann - Betreiber und Redakteur verschiedener Online-Plattformen wie Browserdoktor.de. Von 2004 bis 2014 als Systemadministrator verantwortlich für mehrere Linux-Server und kommunale Online-Lösungen. Heute: Selbstständiger Webdesigner, SEO und Online-Marketer in Köthen (Anhalt).

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