CCleaner: sicher herunterladen und richtig nutzen

CCleaner ist eines der bekanntesten Aufräum-Werkzeuge für Windows. Es löscht überflüssige Dateien, leert Browser-Caches und gibt Speicherplatz frei. Das Programm wird bis heute aktiv weiterentwickelt, inzwischen unter dem Dach von Gen Digital (dem Unternehmen hinter Avast und Norton). Die aktuelle Version ist CCleaner 7. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du CCleaner sicher herunterlädst und sinnvoll nutzt, und ordnet ehrlich ein, was du bei diesem Tool wissen solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • CCleaner löscht temporäre Dateien, Browser-Spuren und Cookies und wird weiter aktiv gepflegt (Version 7).
  • Lade das Programm nur aus offiziellen, geprüften Quellen (Hersteller, heise, Microsoft Store) und nie von unbekannten Portalen.
  • Die Free-Version reicht für Privatnutzer völlig aus, einmal im Monat genügt.
  • Die Registry-Reinigung bringt kaum messbaren Nutzen und ist nicht nötig.
  • 2017 war eine offizielle CCleaner-Version mit Schadcode verseucht. Deshalb ist die Bezugsquelle so wichtig.

CCleaner sicher herunterladen

Der wichtigste Schritt kommt vor der Installation: die richtige Bezugsquelle. Lade CCleaner ausschließlich aus vertrauenswürdigen Quellen, dann bekommst du eine saubere, unveränderte Version ohne mitgelieferte Zusatzsoftware.

QuelleVorteil
ccleaner.com (Hersteller)Immer die neueste Originalversion direkt vom Anbieter
heise DownloadVirengeprüft und ohne aufgesetzten Installer
Microsoft StoreVon Microsoft signiert und geprüft, Updates automatisch

Finger weg von dubiosen Download-Seiten

Viele Portale packen kostenlose Programme in eigene Installer, die zusätzlich Werbung oder Schadsoftware mitbringen. Bei einem Aufräum-Tool wäre das doppelt ärgerlich. Halte dich an die drei Quellen oben.

CCleaner installieren und richtig nutzen

Nach dem Download startest du die Setup-Datei per Doppelklick. Achte während der Installation darauf, ob zusätzliche Software angeboten wird, und entferne den Haken, falls du sie nicht möchtest. Nach wenigen Sekunden ist CCleaner einsatzbereit.

Schließe vor dem ersten Lauf offene Programme wie Browser oder E-Mail-Client, damit CCleaner deren Zwischenspeicher vollständig leeren kann. Starte dann mit einem Klick auf Analysieren. Das Programm zeigt dir zunächst nur an, was es finden würde, ohne etwas zu löschen. So siehst du in Ruhe, was gleich entfernt wird. Erst der Button Bereinigen (in älteren Versionen „CCleaner starten") löscht die ausgewählten Daten wirklich.

Erst analysieren, dann bereinigen

Erschrick nicht über große Zahlen im Analyse-Ergebnis. Ein Großteil ist oft nur der volle Papierkorb oder harmloser Browser-Cache, der beim nächsten Besuch ohnehin neu angelegt wird.

Welche Daten du bereinigen solltest

Die Vorauswahl von CCleaner ist für die meisten Nutzer bereits sinnvoll eingestellt. Bei den Browsern (Microsoft Edge, Mozilla Firefox, Google Chrome und weitere) sind vor allem diese Punkte gefahrlos:

  • Zwischenspeicher (Cache): auf dem Rechner abgelegte Kopien von Webseiten, werden bei Bedarf neu geladen.
  • Verlauf: die Liste der aufgerufenen Seiten.
  • Cookies: kleine Dateien, oft für Werbung, aber auch für Logins. Nach dem Löschen musst du dich neu anmelden.
  • Download-Verlauf: die Liste heruntergeladener Dateien (die Dateien selbst bleiben erhalten).

Gespeicherte Passwörter besser behalten

Den Haken bei „gespeicherte Kennwörter" solltest du nur setzen, wenn du deine Zugangsdaten woanders sicher hast. Sonst bist du aus allen Konten ausgesperrt. Im Zweifel lässt du dieses Feld unangetastet.

Registry-Reinigung: braucht man das?

CCleaner bietet auch an, die Windows-Registry zu „reinigen". Diese Funktion klingt nützlich, bringt in der Praxis aber kaum etwas. Die Registry ist eine riesige Konfigurationsdatenbank, und ein paar verwaiste Einträge verlangsamen ein modernes Windows nicht spürbar. Microsoft selbst empfiehlt keine Registry-Reinigungsprogramme, weil ein falsch gelöschter Eintrag im schlimmsten Fall Programme oder das System beschädigt.

Kurz gesagt: Für mehr Tempo brauchst du die Registry-Reinigung nicht. Wenn du sie trotzdem nutzt, lege vorher über CCleaner eine Sicherung an, die das Programm dir beim ersten Mal anbietet.

Ist CCleaner sicher? Der Vorfall von 2017

Ehrliche Antwort für ein Sicherheitsportal: Die aktuelle Version aus einer der oben genannten Quellen gilt als sicher. Es gibt aber einen Grund, warum wir die Bezugsquelle so betonen.

Im September 2017 wurde eine offizielle, digital signierte CCleaner-Version (5.33) über die normale Download-Seite verteilt, in die Angreifer zuvor Schadcode eingeschleust hatten. Rund 2,3 Millionen Nutzer installierten diese verseuchte Version, die eine Hintertür öffnete und Systemdaten sammelte. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stufte den Vorfall damals mit der höchsten Risikostufe ein und riet zum sofortigen Update. Es war einer der bekanntesten Lieferketten-Angriffe überhaupt.

Kurz zuvor hatte die Sicherheitsfirma Avast den CCleaner-Entwickler Piriform übernommen; Avast gehört heute zu Gen Digital. In den Jahren danach stand Avast wegen des Verkaufs von Nutzungsdaten durch eine Tochterfirma in der Kritik, dieses Geschäft wurde 2020 beendet. Auch CCleaner selbst erhebt Nutzungsdaten, die du in den Einstellungen einschränken kannst.

Die Lehre daraus ist einfach und gilt für jede Software: aktuell halten und nur aus vertrauenswürdiger Quelle laden. Genau deshalb steht die Download-Frage in diesem Ratgeber ganz oben.

Gute Alternativen zu CCleaner

Für das reine Aufräumen brauchst du nicht zwingend ein Zusatzprogramm. Windows bringt alles Nötige bereits mit:

  • Datenträgerbereinigung: Suche im Startmenü nach „Datenträgerbereinigung", um temporäre Dateien, den Papierkorb und alte Update-Reste zu entfernen.
  • Speicheroptimierung (Storage Sense): Unter Einstellungen, System, Speicher räumt Windows auf Wunsch automatisch auf.
  • Browser-eigenes Löschen: Jeder Browser kann Cache, Verlauf und Cookies selbst löschen, meist über Strg + Umschalt + Entf.

Wenn dein Rechner trotz Aufräumen träge bleibt, hilft oft ein Blick auf Autostart-Programme oder das Zurücksetzen des Browsers mehr als jedes Reinigungstool.

Häufige Fragen

Ist CCleaner kostenlos?

Ja, die Free-Version ist kostenlos und für Privatnutzer völlig ausreichend. Daneben gibt es kostenpflichtige Versionen mit Zusatzfunktionen wie automatischen Updates, die die meisten aber nicht brauchen.

Wird CCleaner noch weiterentwickelt?

Ja. CCleaner wird unter Gen Digital aktiv gepflegt und regelmäßig aktualisiert, die aktuelle Reihe ist CCleaner 7 mit Funktionen wie Software-Updates und Starthilfe-Verwaltung.

Ist CCleaner sicher?

Die aktuelle Version aus offizieller Quelle (Hersteller, heise oder Microsoft Store) gilt als sicher. Wichtig ist, das Programm aktuell zu halten und nicht von unbekannten Portalen zu laden. Der Schadsoftware-Vorfall von 2017 betraf eine alte Version.

Wie oft sollte ich CCleaner laufen lassen?

Einmal im Monat oder bei Bedarf reicht völlig. Moderne PCs mit viel Speicher müssen nicht ständig aufgeräumt werden.

Sollte ich die Registry mit CCleaner reinigen?

Das ist nicht nötig. Die Registry-Reinigung bringt keinen spürbaren Geschwindigkeitsvorteil und kann im schlechtesten Fall Probleme verursachen. Für mehr Tempo helfen andere Wege mehr.