Eine Rechnung im Postfach, eine Bankverbindung darunter, und die Frage: Stimmt das überhaupt? Der IBAN-Rechner oben rechnet die Nummer nach und zerlegt sie in ihre Bestandteile. Bei deutschen IBANs zeigt er dir zusätzlich, welche Bank hinter der Bankleitzahl steckt und wie deren BIC lautet. Alles passiert direkt in deinem Browser, die Nummer wird nirgendwohin geschickt.
Eine IBAN-Prüfung zeigt, ob die Nummer rechnerisch stimmt. Sie zeigt nicht, ob das Konto existiert, wem es gehört oder ob der Empfänger ehrlich ist. Betrüger benutzen echte, funktionierende Konten, ihre IBANs bestehen jeden Prüfer. Der eigentliche Alarm ist ein Wechsel: Wenn ein deutscher Anbieter auf einmal eine ausländische Bankverbindung nennt, ruf dort an, bevor du überweist.
Was der Check prüft und was er nicht kann
Die IBAN trägt eine eingebaute Rechenprobe. Aus Ländercode, Bankleitzahl und Kontonummer wird eine zweistellige Prüfziffer errechnet, die an dritter und vierter Stelle steht. Stimmt sie nicht zur restlichen Nummer, ist die IBAN falsch. Dieses Verfahren fängt praktisch jeden Tippfehler und jeden Zahlendreher ab, und genau dafür wurde es gebaut.
Damit endet die Aussagekraft aber auch schon. Die Rechenprobe ist reine Mathematik. Sie hat keinen Kontakt zu irgendeiner Bank, kennt keine Kontostände und keine Kontoinhaber. Eine IBAN kann formal einwandfrei sein und trotzdem zu einem Konto gehören, das gestern für einen Betrug eröffnet wurde. Sie kann genauso zu gar keinem Konto gehören, denn nicht jede rechnerisch mögliche Nummer ist auch vergeben.
Wie wenig eine gültige Prüfziffer wert ist, zeigt ein Fall aus unserem eigenen Postfach. Bei der angeblichen Rechnung von United Hosting Deutschland stand eine spanische IBAN unter dem Betrag, später wurde sie gegen eine zweite spanische IBAN ausgetauscht. Beide bestehen die Rechenprobe ohne Beanstandung. Du kannst das oben selbst nachstellen. Ein Prüfer sagt hier also brav formal gültig, und trotzdem wäre das Geld weg gewesen.
Seit Oktober 2025 prüft deine Bank den Namen mit
An dieser Stelle hat sich etwas Wichtiges geändert. Seit dem 9. Oktober 2025 müssen alle Banken im SEPA-Raum vor jeder Euro-Überweisung abgleichen, ob der eingegebene Empfängername zum Kontoinhaber der angegebenen IBAN passt. Das Verfahren heißt Verification of Payee, läuft automatisch im Hintergrund und dauert nur Sekunden. Grundlage ist die EU-Verordnung 2024/886.
Für dich heißt das: Den Abgleich, den kein IBAN-Rechner leisten kann, macht inzwischen deine Bank. Du siehst vor dem Absenden, ob Name und Kontonummer zusammengehören. Nimm diese Meldung ernst, denn an ihr hängt auch die Haftung. Bestätigt die Prüfung die Übereinstimmung und das Geld landet trotzdem falsch, steht die Bank dafür ein. Überweist du dagegen trotz einer Warnung, haftest du selbst.
Erst die IBAN hier auf Tippfehler und Herkunft prüfen, dann im Onlinebanking auf die Namensmeldung achten, und bei jeder unerwarteten Rechnung zusätzlich beim Anbieter anrufen. Nutze dafür die Telefonnummer aus deinem Vertrag, niemals die aus der fraglichen Mail.
Wenn ein deutscher Anbieter plötzlich ein Auslandskonto will
Das ist das verlässlichste Warnsignal bei gefälschten Rechnungen, und es funktioniert ohne jedes technische Hilfsmittel. Hoster wie IONOS oder Strato, Stromversorger, Stadtwerke, Telefonanbieter und Versicherungen wickeln ihr deutsches Massengeschäft über deutsche Konten ab. Wenn eine Rechnung von einem solchen Anbieter eine IBAN trägt, die mit ES, PL, LT oder HU beginnt, passt das nicht zusammen.
Zwei Einschränkungen gehören dazu, sonst wird aus der Faustregel ein falscher Reflex. Erstens ist eine ausländische IBAN völlig legal und für sich genommen kein Betrugszeichen. Innerhalb des SEPA-Raums darf ein Unternehmen eine Zahlung sogar nicht deshalb ablehnen, weil das Konto in einem anderen Mitgliedsstaat liegt. Das verbietet die SEPA-Verordnung 260/2012 ausdrücklich, man nennt es IBAN-Diskriminierung. Zweitens gibt es große Anbieter, die tatsächlich über ausländische Gesellschaften abrechnen: Google über Irland, Amazon und PayPal über Luxemburg, viele Fintechs über Litauen.
Entscheidend ist deshalb nicht das Land allein, sondern der Bruch mit dem Gewohnten. Dein Hoster hat drei Jahre lang von einem deutschen Konto abgebucht und schickt jetzt eine Mail mit spanischer IBAN und der Bitte, die Zahlung dorthin anzuweisen? Dann ist nicht die IBAN das Problem, sondern die Mail. Dieselbe Masche trifft Unternehmen als Rechnungsbetrug: Angreifer fangen echte Rechnungen ab, tauschen nur die Bankverbindung aus und schicken sie weiter.
Weitere Muster aus derselben Familie findest du bei den gefälschten Bußgeldbescheiden, beim Gelben Branchenbuch und bei den gefälschten Amazon-Mails.
Wie eine IBAN aufgebaut ist
Die IBAN ist kein Zufallsblock, sondern nach einem festen Schema zusammengesetzt. Bei einer deutschen IBAN mit ihren 22 Zeichen sieht das so aus:
Deine alte Kontonummer und die Bankleitzahl stecken also unverändert in der IBAN, du kannst sie direkt ablesen. Die Länge unterscheidet sich allerdings je nach Land erheblich, und genau deshalb ist die Längenprüfung im Rechner oben der erste Schritt, noch vor der Rechenprobe. Eine Auswahl:
| Land | Zeichen | Land | Zeichen |
|---|---|---|---|
| Norwegen | 15 | Spanien | 24 |
| Belgien | 16 | Portugal | 25 |
| Niederlande | 18 | Frankreich | 27 |
| Österreich | 20 | Italien | 27 |
| Schweiz | 21 | Polen | 28 |
| Deutschland | 22 | Ungarn | 28 |
| Großbritannien | 22 | Malta | 31 |
Der Standard lässt bis zu 34 Zeichen zu, tatsächlich vergeben sind derzeit höchstens 33. Wichtig für die Praxis: Nur Ziffern und Buchstaben zählen mit. Die Leerzeichen in Vierergruppen sind reine Lesehilfe und gehören nicht zur IBAN, weshalb der Rechner oben sie beim Prüfen ignoriert.
Die Rechenprobe selbst kannst du nachvollziehen: Man schiebt die ersten vier Zeichen ans Ende, ersetzt jeden Buchstaben durch eine Zahl (A wird zu 10, B zu 11, bis Z zu 35) und teilt die entstandene Riesenzahl durch 97. Bleibt der Rest 1, ist die IBAN gültig. Dieses Verfahren nach ISO 7064 ist der Grund, warum ein einzelnes vertipptes Zeichen fast immer auffällt.
Bankname und BIC zieht der Prüfer aus der Bankleitzahlendatei der Deutschen Bundesbank. Sie enthält rund 3.500 Bankleitzahlen und wird viermal im Jahr aktualisiert, jeweils Anfang März, Juni, September und Dezember.
IBAN-Rechner: Lässt sich die IBAN aus Kontonummer und Bankleitzahl berechnen?
Wer einen IBAN-Rechner sucht, meint oft die umgekehrte Richtung: aus der alten Kontonummer und der Bankleitzahl die IBAN ermitteln. Im Grundsatz klingt das einfach, schließlich stecken beide Angaben unverändert in der IBAN. Man setzt DE davor, füllt die Kontonummer vorn mit Nullen auf zehn Stellen auf und errechnet die Prüfziffer dazu.
Verlässlich ist dieses Ergebnis trotzdem nicht. Die Deutsche Bundesbank führt neben der Bankleitzahlendatei einen zweiten Satz sogenannter IBAN-Regeln. Etliche Institute tauschen darin Kontonummer oder Bankleitzahl gegen andere Werte aus, meist als Folge von Fusionen, und einzelne schließen die maschinelle Berechnung durch Dritte ausdrücklich aus. Wer stur nach dem Standardverfahren rechnet, bekommt bei diesen Banken eine IBAN, die jede Rechenprobe besteht und trotzdem auf kein existierendes Konto zeigt. Im günstigen Fall kommt die Überweisung als unzustellbar zurück.
Deshalb arbeitet der Rechner oben bewusst in die andere Richtung. Er prüft und zerlegt eine vorhandene IBAN, statt eine neue zu erfinden. Deine eigene musst du ohnehin nicht ausrechnen: Sie steht auf der Bankkarte, auf jedem Kontoauszug und im Onlinebanking, seit der SEPA-Umstellung 2016 ist sie überall die maßgebliche Kontokennung. Und brauchst du die IBAN eines Geschäftspartners, ist die Nachfrage bei ihm der einzig sichere Weg.
Du hast schon überwiesen, was jetzt?
Dann zählt Geschwindigkeit. Ruf sofort deine Bank an und bitte um einen Überweisungsrückruf. Solange der Auftrag noch nicht ausgeführt ist, lässt er sich oft stoppen. Ist das Geld schon beim Empfänger, kann deine Bank die Empfängerbank nur um Rücküberweisung bitten, ein Anspruch darauf besteht nicht. Bei einer Echtzeitüberweisung, die in Sekunden gutgeschrieben wird, sind die Chancen am schlechtesten.
Erstatte danach Anzeige bei der Polizei, das geht in den meisten Bundesländern online über die Internetwache. Sichere alles, was du hast: die Mail mit vollständigem Header, die Rechnung als Datei, die IBAN, den Überweisungsbeleg. Wurde die Zahlung durch eine gefälschte Mail ausgelöst, prüfe außerdem, ob dein Postfach kompromittiert wurde. Zu den Grundlagen dafür findest du mehr im Ratgeber Schutz vor Betrug beim Online-Shopping.
Häufige Fragen
Kann ich mit einer IBAN prüfen, ob das Konto wirklich existiert?
Nein. Ob ein Konto tatsächlich geführt wird, weiß nur die kontoführende Bank, und diese Auskunft gibt sie aus Datenschutzgründen nicht heraus. Jeder Prüfer im Netz rechnet ausschließlich die Prüfziffer nach. Den einzigen echten Abgleich bekommst du seit Oktober 2025 beim Ausfüllen der Überweisung, wenn deine Bank Name und IBAN vergleicht.
Kann der IBAN-Rechner meine IBAN aus Kontonummer und Bankleitzahl berechnen?
Nein, und das hat einen Grund. Für etliche Banken gelten Sonderregeln, bei denen Kontonummer oder Bankleitzahl in der IBAN durch andere Werte ersetzt werden. Eine nach Standardverfahren errechnete IBAN wäre dort rechnerisch gültig und würde trotzdem ins Leere zeigen. Deine IBAN findest du zuverlässig auf der Bankkarte, dem Kontoauszug und im Onlinebanking.
Verrät mir die IBAN, wem das Konto gehört?
Nein, einen Namen enthält die IBAN nicht. Ablesbar sind nur Land, Bankleitzahl und Kontonummer, und daraus lässt sich die Bank bestimmen. Der Kontoinhaber bleibt verborgen. Auch die Polizei erfährt ihn erst über eine Auskunft bei der Bank.
Ist eine ausländische IBAN ein Betrugszeichen?
Für sich genommen nicht. Millionen Menschen und Firmen führen legale Konten im europäischen Ausland, und ein Unternehmen darf eine SEPA-Zahlung nicht ablehnen, nur weil das Konto in einem anderen EU-Land liegt. Verdächtig wird es, wenn ein deutscher Anbieter, der bisher ein deutsches Konto hatte, unvermittelt eine ausländische Bankverbindung nennt.
Wird meine IBAN bei der Prüfung gespeichert?
Nein. Die Rechnung läuft vollständig in deinem Browser, die IBAN wird nicht an unseren Server gesendet. Nachgeladen wird lediglich die öffentliche Liste der deutschen Bankleitzahlen, und zwar als Ganzes. Welche Bankleitzahl du nachschlägst, erfährt dabei niemand.
Wie finde ich den BIC zu meiner IBAN?
Bei deutschen IBANs zeigt der Prüfer ihn direkt an. Er ergibt sich aus der achtstelligen Bankleitzahl, die an Stelle 5 bis 12 in der IBAN steht. Für Überweisungen innerhalb des SEPA-Raums brauchst du ihn ohnehin nicht mehr, dort genügt die IBAN allein.
Warum meldet der Prüfer bei meiner Kontokarte einen Fehler?
Meist ist ein Zeichen vertauscht oder eine Ziffer doppelt erfasst. Genau dafür ist die Prüfziffer da. Lies die IBAN in Vierergruppen vom Original ab und vergleiche sie Gruppe für Gruppe. Führende Nullen in der Kontonummer gehören dabei mit dazu.
