Vorsicht vor gefälschten Amazon E-Mails

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Gut gemachte Phishing-Mails im Posteingang

Man hört es ja immer wieder, dass unerfahrene Internetnutzer auf sogenannte Phishing-Mails reinfallen und so ihre Zugangsdaten, Bankverbindung, Kreditkarten-Informationen, Paypal-Logins, Paysafe-Nummern und so weiter den kriminellen Hackern zukommen lassen.

Da im Browserdoktor-Posteingang ganz frisch eine Fake-Amazon-Mail landete, habe ich mir diese etwas näher angesehen und möchte an dieser Stelle ein paar Informationen dazu hier veröffentlichen.

Die vermeintliche E-Mail von Amazon

Fake E-Mail vom Amazon-Kundencenter (Ausschnitt)

Betreff: Ihre Mithilfe wird benötigt.
Absender: Kundensupport service@amazon.de
Received: from server-inet.plastconst.ru (server-inet.plastconst.ru. [87.229.161.230])

Sehr geehrte/r Daniel Weihmann,
auf Ihre Sicherheit beim Einkaufsvorgang legen wir den größten Wert.

Um dies auch wirklich gewährleisten zu können, müssen alle Kunden ab dem 17.09.2015 Ihre persönlichen Daten bestätigen.

Ihr Kundenaccount wurde vorsichtshalber temporär eingeschränkt. Um die Einschränkung aufzuheben, ist die Bestätigung Ihrer Daten erforderlich.

Kommen Sie dieser Bestätigung innerhalb 14 Tagen nicht nach, ist die Aufhebung der Einschränkung nicht mehr möglich.

Die Bestätigung starten Sie über den unten ausgeführten Link.
Bitte füllen Sie alle Felder vollständig aus.

Hier geht es zu der Bestätigung:
Weiter zur Bestätigung (hier klicken) - der personalisierte Link führt zu amazon-schutz.com

Wir bitten Sie die Unannehmlichkeiten zu verzeihen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Kundenservice-Team

Wohin führt der Link in der E-Mail?

Der Link (amazon-schutz.com/147883/ger/prob/B002…) ist mit Sicherheit an die jeweilige E-Mail-Adresse gebunden. Damit lässt sich beim Aufrufen dieser URL feststellen, welcher E-Mail-Empfänger letztendlich auch geklickt hat, und die E-Mail-Adresse kann weiterhin mit Spam „versorgt“ werden.

Die Webseite amazon-schutz.com wird in der Ukraine bzw. in Rumänien gehostet. Die E-Mail wurde von einer IP-Adresse in Russland verschickt. Da die Kommunikation im Internet allerdings auch über Proxys abgewickelt werden kann, sind natürlich auch alle anderen Regionen auf der Welt nicht ausgeschlossen.

Die Phishing-Seite: amazon-schutz.com

Login-Formular auf amazon-schutz*com

Die Zielseite selbst ist der echten Amazon-Homepage 1:1 nachempfunden. Ausdruck, Rechtschreibung und Grammatik sind fehlerfrei. Gut, die meisten Links funktionieren nicht, aber darum geht es den Hackern ja auch nicht.

Die Nutzer, die über einen personalisierten Link von der E-Mail aus auf die Webseite geschickt werden, erwartet als erstes ein Login-Formular. Ob diese dort gemachten Daten gespeichert werden ist unklar, aber ein funktionierendes Amazon-Login ist für die Hacker sicher auch nicht ganz unnütz. Ich konnte hier beliebige Daten eingeben und gelangte im nächsten Schritt zu einem Formular, das nach persönlichen Daten und den Bankinformationen fragte.

Dass hier nach Kontonummer und Bankleitzahl, aber nicht nach IBAN und Co. gefragt wurde, lässt auf eine ältere Masche schließen. Da ich hier nicht meine korrekten Daten angeben wollte, kam ich leider über diesen Schritt nicht hinaus. Die Bankleitzahl und die Kontonummer werden validiert. An dieser Stelle wollten die Verbrecher sicher gehen und Vertipper ausschließen.

Dieselbe Rechenprobe lässt sich auch in die andere Richtung nutzen: Wer eine fremde Bankverbindung prüfen will, zerlegt sie mit dem IBAN-Prüfer und sieht Land, Bank und BIC auf einen Blick. Dass eine Nummer rechnerisch aufgeht, sagt allerdings nichts darüber, wem das Konto gehört.

Ich gehe davon aus, dass im Anschluss eine Dankes-Seite angezeigt wird oder eine direkte Weiterleitung zur richtigen Amazon.de-Homepage erfolgt.

Formular auf amazon-schutz*com
Formular auf amazon-schutz*com

Was passiert, wenn ich hier meine korrekten Daten eingebe?

Als erstes wird mit Sicherheit versucht, Bestellungen über Amazon auszulösen. Dieser Schritt dürfte zwar nicht so ganz einfach für die Hacker sein, da Amazon bei Änderungen der Lieferadresse nochmals eine E-Mail verschickt und diese Änderung bestätigt haben möchte, aber gerade bei digitalen Artikeln sollte das unproblematisch sein. So zum Beispiel bei Amazon-Gutscheinen.

Schritt 2 wird die Plünderung Ihres Bankkontos sein. Die Hacker haben schließlich alle notwendigen Informationen und werden mit genügend krimineller Energie dies ausnutzen.

Wie kann ich mich vor solchen Gefahren schützen

Ich hoffe, dass die meisten großen E-Mail-Provider (also: GMX, Gmail, t-Online, web.de und weitere) E-Mails dieser Art als Spam erkennen und entsprechend einordnen. Ansonsten gilt: Schreibt Ihnen irgendein Anbieter im Internet (Bank, Shop, Forum, Facebook usw.) eine E-Mail, in der Sie zu irgendwelchen Aktionen wie diesen aufgefordert werden, dann nehmen Sie diese niemals über einen Link in dieser E-Mail vor!

Löschen Sie E-Mails dieser Art einfach!

Geben Sie die jeweilige Adresse wie gewohnt über die Browser-Adressleiste ein, rufen Sie die Seite aus Ihren Bookmarks heraus auf oder suchen Sie nach dem Anbieter bei Google. Melden Sie sich nun wie gewohnt an und nehmen Sie ggf. Änderungen Ihrer Daten vor. Auch eine Nachfrage per Telefon oder E-Mail schützt vor gefährlichem Phishing im World Wide Web.

ESET HOME Security Essential 2026

ESET
29,90 € bei Amazon

Preis abgerufen am 14.09.2026 um 12:55 Uhr. Bei Amazon kann er sich jederzeit ändern.

Wer nach einem Vorfall wie oben dauerhaft besser geschützt sein möchte, findet in ESET HOME Security Essential eine solide Grundabsicherung. Es ist der direkte Nachfolger der früheren "ESET Internet Security" und bringt neben dem Echtzeit-Virenschutz genau die Funktionen mit, die bei Phishing-Mails und nachgeladenen Trojanern greifen: Schutz vor betrügerischen Webseiten, sicheres Online-Banking und eine Firewall. Diese Variante deckt drei Geräte für ein Jahr ab und läuft unter Windows, macOS und Android.

Vorteile
  • Echtzeit-Schutz vor Viren, Trojanern und Ransomware, wie sie über E-Mail-Anhänge nachgeladen werden
  • Phishing- und Betrugsschutz blockiert gefälschte Webseiten schon vor dem Aufruf
  • Eigener Modus für sicheres Online-Banking und Bezahlen
  • Integrierte Firewall und Webcam-Schutz
  • Läuft ressourcenschonend auf drei Geräten (Windows, macOS, Android)
Zu beachten
  • Lieferung als Aktivierungscode per E-Mail, kein Datenträger
  • VPN und Passwortmanager sind erst in den höheren Stufen Premium und Ultimate enthalten
  • Lizenz gilt für ein Jahr und verlängert sich danach kostenpflichtig
Einordnung: Für die im Artikel beschriebenen Gefahren durch Phishing-Mails und nachgeladene Trojaner ist die Essential-Stufe die passende Grundabsicherung. Wer zusätzlich ein VPN oder einen Passwortmanager möchte, schaut sich die Premium-Variante an.
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Weitere Tipps zu mehr Sicherheit im Internet wurden bereits hier auf Browserdoktor veröffentlicht. Bitte beachten Sie diese und bleiben Sie misstrauisch gegenüber vermeintlichen Angeboten und unerwarteten Aufforderungen im Netz.

Das Ziel solcher Attacken ist nicht auf Amazon beschränkt. Genauso gut hätten die Gauner auch auf Ebay, die Sparkasse, Facebook und andere oft genutzte Internetangebote setzen können.

Sie sind darauf bereits reingefallen?

Dann unverzüglich Kontakt mit Ihrer Bank und Amazon aufnehmen. Jetzt sofort! Amazon selbst hat hierzu ebenfalls Informationen veröffentlicht.

Fazit

Attacken wie diese gibt es jeden Tag tausend- bis millionenfach im Internet. Immer wieder wird es ein paar Nutzer geben, die darauf reinfallen und den Internet-Betrügern eine Menge Geld in die Taschen spülen. Solche Maschen tauchen dabei ständig in neuer Verpackung auf, mal im Namen von Amazon, mal als angeblicher Steuerbescheid oder Bußgeldbescheid.

Bleiben Sie wachsam und warnen Sie ruhig auch Freunde und Familie vor solchen Maschen. Dieser Beitrag darf gern in den sozialen Netzwerken oder auf anderen Webseiten geteilt werden.