akamaihd.net: kein Virus, aber manchmal ein Problem

Du siehst akamaihd.net im Browserverlauf, in der Firewall, im Router-Protokoll oder in einer Meldung deines Virenscanners und fragst dich, was das ist. Die kurze Antwort: In den allermeisten Fällen nichts, worüber du dir Sorgen machen musst. Die lange Antwort trennt sauber zwischen der Domain selbst und dem, was einzelne Anbieter damit gemacht haben.

Was akamaihd.net ist

akamaihd.net gehört Akamai Technologies, einem 1998 gegründeten US-Unternehmen mit Sitz in Cambridge, Massachusetts. Akamai betreibt eines der größten Content-Delivery-Netzwerke der Welt, nach eigenen Angaben rund 300.000 Server in mehr als 130 Ländern. Der Name stammt aus dem Hawaiianischen und bedeutet so viel wie clever.

Ein Content-Delivery-Netzwerk, kurz CDN, ist eine Art Zwischenlager fürs Internet. Statt jedes Bild und jedes Video vom Server des Anbieters zu holen, bekommst du es von einem Rechner in deiner Nähe. Das ist schneller und entlastet den Anbieter. Akamai gibt an, mehr als ein Drittel des weltweiten Web-Traffics abzuwickeln.

Das HD im Namen steht für High Definition. Akamai führte 2009 das HD Network ein, ein Angebot speziell für hochauflösende Videos, bei dem die Qualität automatisch an die verfügbare Bandbreite angepasst wird. Genau dafür wurde akamaihd.net verwendet. Andere Adressen desselben Konzerns sind akamai.net, akamaized.net, akamaiedge.net und edgesuite.net.

Warum die Adresse bei dir auftaucht

Weil sie im Hintergrund geladen wird. Sobald eine Webseite oder eine App Inhalte über Akamai ausliefert, erscheinen die zugehörigen Subdomains automatisch in deinen Protokollen, ohne dass du irgendetwas tust. Belegte Beispiele aus der Vergangenheit sind Facebook mit fbstatic-a.akamaihd.net für Bilder, Steam mit steamuserimages-a.akamaihd.net, dazu Twitter und Ubisoft.

Diese Beispiele stammen überwiegend aus der Zeit vor 2020. Inzwischen verschiebt Akamai vieles auf neuere Adressen, weshalb akamaihd.net seltener geworden ist, aber weiterhin auftaucht.

Wann es doch ein Problem ist

Akamai vermietet Kapazität an zahlende Kunden, und diese Kunden konnten eigene Subdomains einrichten. Das funktioniert wie bei Cloudflare oder Amazon Web Services: Wer zahlt, bekommt einen Platz im Netzwerk. Unter den Kunden waren auch Anbieter von Adware, die auf diesem Weg den guten Ruf einer bekannten Infrastruktur nutzten.

Diese Subdomain-Muster sind dokumentiert. Wenn du eine davon siehst, sitzt tatsächlich unerwünschte Software auf deinem Gerät:

SubdomainDahinter steckteBetrifftAnzeichen
rvzr-a.akamaihd.netGoPhoto.it, WindowMixMacPopup-Werbung, Umleitung auf Yahoo über Zwischenseiten
lkysearchds…-a.akamaihd.netSearch Pulse, auch lkysearch genanntMacfremde Startseite, gefälschte Suchmaschine
searchinterneat-a.akamaihd.netBrowser-HijackerWindows und MacStartseite übernommen in Chrome, Firefox und Edge
a.akamaihd.net als Suchmaschineverschiedene unerwünschte ProgrammebeidePopups, Weiterleitungen, spürbar langsamer

Wichtig ist die Blickrichtung: Nicht Akamai schickt dir diese Werbung. Auf deinem Gerät läuft ein Programm oder eine Browser-Erweiterung, die den Umweg über diese Adresse nimmt. Entfernt wird deshalb die Software, nicht die Domain. Was diese Kategorie generell ausmacht, steht unter Was ist Adware?.

Solltest du akamaihd.net blockieren?

Nein. Das ist der häufigste Fehler bei diesem Thema. Wer die Domain in der Hosts-Datei, im Router oder per Pi-hole sperrt, sperrt damit auch die legitimen Inhalte aus. In Foren berichten Betroffene genau davon: fehlende Bilder bei Facebook, Probleme mit Ubisoft-Spielen, Webseiten, die nur halb laden. Im Forum von BleepingComputer steht dazu sinngemäß, dass ein dauerhaftes Blockieren dazu führen kann, dass Seiten nicht mehr korrekt angezeigt werden.

Falls eine Blockliste die Domain bereits sperrt und dir Dienste fehlen, ist der richtige Weg, sie gezielt wieder freizugeben, statt weitere Sperren hinzuzufügen. Umgekehrt solltest du die Domain auch nicht pauschal auf die Ausnahmeliste deines Virenscanners setzen, denn über dieselbe Endung liefen ja auch die problematischen Subdomains.

Entfernen auf dem Mac

Die meisten echten Fälle betrafen macOS. Geh der Reihe nach vor, einzelne Schritte zu überspringen ist der Hauptgrund, warum die Weiterleitung zurückkommt.

  1. Aktivitätsanzeige öffnen und nach verdächtigen Prozessen suchen, etwa GoPhoto, WindowMix oder Safe Finder. Auffällige Prozesse beenden.
  2. Programme-Ordner prüfen und Apps, die du nicht zuordnen kannst, in den Papierkorb legen.
  3. Anmeldeobjekte prüfen: Systemeinstellungen, dann Benutzer, dort fremde Einträge über das Minus entfernen.
  4. Konfigurationsprofile prüfen: Systemeinstellungen, dann Datenschutz und Sicherheit, dort Profile. Ein Profil, das du nie eingerichtet hast, gehört weg. Genau darüber halten sich solche Einstellungen sonst hartnäckig.
  5. Hintergrunddienste prüfen in ~/Library/LaunchAgents, /Library/LaunchDaemons sowie in ~/Library/Application Support und /Library/Application Support.
  6. Browser aufräumen: in Safari, Chrome und Firefox die Erweiterungen einzeln durchgehen und die Standardsuchmaschine zurückstellen.

Wer sich das nicht Schritt für Schritt zutraut, fährt mit Malwarebytes für den Mac gut, das auch in der Apple-Support-Community für solche Fälle empfohlen wird. Danach die Browser-Einstellungen von Hand kontrollieren.

Entfernen unter Windows

  1. Programm deinstallieren: Windows-Taste + I, dann Apps und Installierte Apps. Nach Installationsdatum sortieren, alles Unbekannte vom fraglichen Tag entfernen. Bei hartnäckigen Fällen hilft Programme unter Windows deinstallieren.
  2. Erweiterungen prüfen unter chrome://extensions, about:addons oder edge://extensions.
  3. Verknüpfung kontrollieren: Rechtsklick auf das Browser-Symbol, Eigenschaften, und im Feld Ziel darf hinter der EXE-Datei nichts stehen. Das ist bei dieser Adware-Familie ein Standardtrick, ausführlich unter falsche Startseite durch manipulierte Verknüpfung.
  4. Mit dem AdwCleaner nachfassen. Er ist auf Adware, Browser-Richtlinien und die zugehörigen Registry-Einträge spezialisiert und wird für genau diese Fälle empfohlen.
  5. Auf weitere Software prüfen mit der kostenlosen Version von Malwarebytes.
  6. Zum Schluss den Browser zurücksetzen, damit verstellte Einstellungen und Berechtigungen verschwinden. Vorher reinigen, sonst wird der Reset sofort wieder überschrieben.

Dasselbe Vorgehen gilt für alle verwandten Fälle, eine Übersicht steht unter ähnliche Such-Hijacker entfernen und im Bereich Viren und Malware entfernen.

Häufige Fragen

Ist akamaihd.net ein Virus?

Nein. Es ist die Adresse eines Content-Delivery-Netzwerks, über das ganz normale Inhalte ausgeliefert werden. Nur einzelne Subdomains wurden von Adware-Anbietern genutzt. Die Domain deshalb pauschal als Virus zu bezeichnen, ist ungefähr so sinnvoll, wie Amazon Web Services für gefährlich zu erklären.

Warum steht akamaihd.net in meinem Verlauf, obwohl ich es nie aufgerufen habe?

Weil Webseiten und Apps Bilder, Videos und Skripte im Hintergrund darüber laden. Das passiert bei jedem Aufruf automatisch und ist kein Anzeichen für eine Infektion.

Woran erkenne ich, dass es doch ein Problem ist?

An zwei Dingen: an der Subdomain davor, etwa rvzr-a oder searchinterneat-a, und an spürbaren Symptomen wie einer fremden Startseite, einer Suchmaschine, die du nie ausgewählt hast, oder Popups. Ohne solche Symptome ist ein Treffer in einem Protokoll unauffällig.

Kann ich akamaihd.net einfach sperren?

Technisch ja, sinnvoll nein. Danach fehlen dir Inhalte von Diensten, die dieselbe Infrastruktur nutzen. Wer sie bereits gesperrt hat und Ausfälle bemerkt, gibt sie besser wieder frei.

Betrifft das auch iPhone und iPad?

Dafür ist uns kein Fall bekannt. Alle dokumentierten Vorfälle betrafen Mac und Windows. Wenn die Adresse auf dem iPhone auftaucht, geht das nach allem, was belegt ist, auf normale Inhalte zurück.

Mein Virenscanner meldet akamaihd.net. Und jetzt?

Sieh nach, welche vollständige Adresse gemeldet wurde und ob dein Browser sich verändert hat. Ist alles normal, war es vermutlich eine Werbeverbindung, die der Scanner blockiert hat. Passt eine der oben genannten Subdomains, arbeite die Schritte für dein System ab.